Aus verschiedenen, leider hier gar nicht erläuterbaren Gründen, habe ich gerade, zumindest für mein Verständnis, alles Recht der Welt schwer mißgestimmt zu sein und zwar in weit fortgeschrittenem Ausmaß. Das kommt ja mal vor, daß man mit dem, was einem im Leben so geboten wird, nicht ganz einverstanden ist, um es betont milde auszudrücken, das gibt es auch im gepflegtesten Alltag. Natürlich bin ich aber kein Typ, der sich lange in der Opferrolle des Schlechtbehandelten wohl fühlen würde. Ich lehne es vielmehr weitestgehend ab, anderen Menschen mit meinen Fehlstimmungen auf den Wecker zu gehen, wenn es nicht gerade vollkommen unvermeidbar ist. Rücksichtsvoll wie ich bin, habe ich daher den Tag heute weitestgehend damit zugebracht, mich in geradezu leidenschaftlicher Weise in eine betont fröhliche Stimmung zurückzudenken, um zum Beispiel der Herzdame nicht den gemeinsamen Tanzabend durch depressives Herumgejammer und zerbeulte Launen zu verderben. Nein, so etwas tut man nicht, da gibt man sich eher ein gewaltigen Ruck, richtet sich seelisch heroisch auf und tritt dem Leben, dem Walzer und vor allem der Herzdame strahlend und positiv entgegen. Menschen, die sich selbst gut kennen und die eigenen Reaktionsmuster abschätzen können, lassen sich von gelegentlichem schweren Wetter nicht ausreichend beeindrucken, um es sich unnötig anmerken zu lassen, solche Menschen leisten erfolgreich Gegenwehr. Dachte ich zumindest. Die Herzdame ist aber eine scharfsinnige Frau, der, als wir uns in der Tanzschule trafen, ein Blick auf mich und meine mühsam präparierte sonnige Ausstrahlung reichte, um mich mit den Worten: „So ein tapferer kleiner Kerl“ zu begrüßen.

Es gibt einfach Tage, die kann man nicht gewinnen.

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