Young fan from South KoreaEin Schweizer Familienvater stand vor dem Spiel der Schweizer gegen die Südkoreaner auf dem Fan-Fest in Hamburg am Stand seines Heimatlandes und brüllte gemeinsam mit seinen Landsleuten aus Leibeskräften den für unsere Ohren drolligen Schlachtruf „Hop Schwiz!“. Er hatte dabei einen etwa sechsjährigen Sohn an der Hand, dessen Arm er fortwährend zum Mitjubeln hochriß. Der Sohn wirkte eindeutig unmotiviert, versuchte den Arm seinem Vater zu entwinden und störte den Familienfrieden außerdem empfindlich durch knurriges Rufen des falschen Begriffs: „Korea!“.

Der Vater war weit davon entfernt, das erheiternd zu finden, er zeigte nachdrücklich auf die Fahne, die sein Trikot schmückte, auf all die anderen Schweizer ringsum, gab wieder „Hop Schwiz“ von sich, rüttelte am Arm des Jungen und sah ihn erwartungsvoll an. Dieser schob nur sehr entschlossen die Unterlippe vor: „Korea!“.

Und als der Vater sich gerade suchend nach jemandem umsah, wahrscheinlich nach der Mutter, die jetzt dringend um Rat gefragt werden mußte, verstand ich auch, warum der Nachwuchs das falsche Land bevorzugte. Er ging nämlich, kaum war seine Hand frei, ein paar Meter weiter zu einer Fangruppe aus Korea, stupste etwas tapsig eines der bildschönen kleinen Mädchen dort an und wiederholte mit einem wirklich sehr charmanten Lächeln die entscheidende Parole: „Korea!“.

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