Stammleser erinnern sich vielleicht noch an Herrn Gramlow, den Kollegen der Herzdame, der hier gelegentlich auftaucht und den Inhalt belebt. Dieser Herr Gramlow hat in der letzten Woche das Büroleben nachhaltig durch ein Kinderspielzeug bereichert, das er und die Herzdame intensiv genutzt haben. Es handelt sich um einen Baustein aus der Duplo-Reihe von Lego, allerdings natürlich nicht um irgendeinen beliebigen, sondern um eine batteriebetriebene Sonderausführung. Es gibt darauf acht nett bebilderte Knöpfe, drückt man darauf, ertönt jeweils ein kindgemäßes Geräusch, ziemlich laut sogar.

Bei den Geräuschen handelt es sich um:

1) Das langgezogene, furchteinflössende Heulen eines Gespenstes
2) Die ausgesprochen hämische Lache eines bösen Zauberers
3) Das liebliche „Ping“ eines geschwungenen Zauberstabes
4) Das beruhigende Trillern eines Singvogels
5) Das heftige, metallische Klirren eines Schwertkampfes
6) Das indifferente, irgendwie gelangweilte Quaken eines Frosches
7) Das Quietschen einer sehr rostigen und schweren Tür
8) Den triumphal schmetternden Ton einer Fanfare

Die Herzdame und Herr Gramlow haben diesen Spielstein sehr erfolgreich als Sprachersatz eingesetzt, etwa so, wie man es aus Sendungen von Stefan Raab kennt. Machten also beispielsweise die Auszubildenden oder Praktikanten im Büro etwas richtig, wurde statt langer Lobesreden einfach der Fanfarenknopf zum Jubeln gedrückt, erschienen sie dagegen zu spät zur Arbeit, hörten sie das Schwerterklirren. Wenn der Chef der Herzdame ins Büro kam, wurde zur allgemeinen Warnung der Gespensterknopf gedrückt. Der Chef der Herzdame liest hier allerdings gelegentlich mit, daher ist das letzte Beispiel natürlich nur ein Scherz.

Die Herzdame und Herr Gramlow fanden immer mehr Anwendungsbeispiele und brachten es fast soweit, ganze Gespräche mit den acht Geräuschen zu führen. Das überrascht nicht, denn in manchen Urlaubsländern hat man ja auch nicht viel mehr Vokabeln zur Verfügung und kommt trotzdem zu einem Bier und einem Hotelzimmer. Voller Begeisterung wollte die Herzdame schließlich zu Hause weiterspielen, weswegen sie für mich auch so einen Duplogeräuschklotz kaufte und mir freudestrahlend schenkte.

Als Expertenpaar für fortgeschrittene Albernheit in sexuellen Fragen haben wir das Spielzeug natürlich sofort auf seine Anwendbarkeit im Bett getestet. Wenn man sich die acht Geräuschmöglichkeiten noch einmal durchliest, wird man unschwer darauf kommen, wie geradezu ideal einige von ihnen zu bestimmten Situationen des Liebesaktes passen, für die restlichen braucht es wirklich nur ein wenig Phantasie, um sie sinnig einzubauen. Ein empfehlenswertes Sexspielzeug, preiswert, funktionssicher und formschön. Auch als Verhütungsmethode bedenkenlos einsetzbar, denn vor Lachen kommt man eh zu nix.

Man sollte sich allerdings vor der Anwendung auf die Bedeutung der Geräusche einigen. Das haben wir nicht getan, daher fehlt mir immer noch die Vorstellung, die die Herzdame mit dem Froschquaken verbindet. Indifferente Langeweile wird es ja sicherlich nicht sein, warum sollte sie sonst ausgerechnet diesen Knopf im Laufe des Abends so oft gedrückt haben?

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