Auf dem Hamburger Rathausmarkt wird gerade irgend etwas auf- oder umgebaut, einige Handwerker tragen in der sengenden Sonne Pfosten und Latten herum. Wahrscheinlich wird die nächste Großveranstaltung vorbereitet, was immer es auch gerade sein mag. Auf dem Rathausmarkt gibt es keinen Schatten, die hellen Steine auf dem Boden sind am Mittag so aufgeheizt, daß man wahrscheinlich Pizza darauf backen könnte, darüber flimmert es. Die Luft glüht, es sind nur sehr wenige Menschen unterwegs.

Ganz am Rand des Platzes, wo einige wenige Bäume stehen, hat sich ein junger Handwerker, wohl ein Lehrling, in den Schatten gesetzt. Er hat einen sehr roten Kopf, seine Kleidung ist klitschnaß, er hat eine leere Wasserflasche in der Hand, die er sich eben über den Kopf gekippt hat. Ein älterer Kollege geht auf ihn zu und sagt: „Na, wieder zu faul zum Arbeiten? Los, wir haben noch zu tun.“ Der Junge sieht auf den Platz, über den sich seine Kollegen sehr langsam bewegen, er antwortet mit einem Blick, dem man wahre Verzweiflung deutlich ansieht und in einem Tonfall, dem man anhört, das ihm alles egal ist: „Wenn ich dafür in die Sonne muß, hau ich dir aufs Maul.“

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