Nachdem es beim ersten Mal anscheinend einwandfrei funktioniert hat, hier gleich die zweite Folge:

Radio Merlix 2

Intro „La valse des heures“ von Le Collectif Unifié de la Crécelle

Hintergrundmusik „The Tennessee River Song“ von Baily Jester.

Der Text zur Sendung befindet sich hier:Ich habe zu meinem vierzigsten Geburtstag ein großartiges Geschenk von meinen Freunden bekommen, ein spannendes und sehr aufregendes Geschenk, ja, vielleicht ist es sogar ein gefährliches Geschenk. Ich habe in meiner Kindheit ziemlich viel Zeit auf Pferden verbracht, aber in meiner Jugend und auch später nie wieder in einem Sattel gesessen, obwohl ich das immer gerne getan hätte. Irgendwie hat es sich in all den Jahren nie wieder ergeben. Jetzt habe ich einen Gutschein für einen Ausritt, inklusive der berittenen Begleitung von vier wundervollen Freundinnen und der Herzdame, deren letztes Reiterlebnisse allerdings jeweils ähnlich lange zurückliegen wie meines. Eine hat sogar noch nie auf einem Pferd gesessen und fragt sich wahrscheinlich jetzt intensiv, warum sie je „ja“ zu diesem Wahnsinn gesagt hat und ob sie diesen Tag überleben wird.

Ich freue mich jedenfalls ungemein, so ein Ritt mit fünf großartigen Frauen in den Sonnenuntergang – einige erinnern sich vielleicht noch an die Billygirls aus der Fernsehserie Ally McBeal, fällt mir gerade ein.

Das wäre bei mir dann die Kavallerieversion dieses höchst attraktiven Kommandos.

Ob wir dabei aber eine glückliche Figur abgeben werden ist natürlich äußerst zweifelhaft, und eigentlich auch eher unwahrscheinlich. Ob Reiten nämlich wirklich wie Fahrradfahren ist und daher nicht verlernt werden kann – ich weiß ja nicht. Würden wir unserer Angst vor Knochenbrüchen gehorchen, würden wir es beim Ponyreiten auf dem Hamburger Dom belassen, zehnmal im Schritt den Kreis entlang und die Sache wäre abgehakt. Aber so geht es natürlich nicht, so ein wundervolles Geschenk will auch erarbeitet und riskiert werden, und zwar in freier Wildbahn. Seit Tagen schon versuche ich herauszufinden, ob sich mein Körper, insbesondere der Teil unter der Gürtellinie, noch an das Gefühl von Galopp erinnert, aber ich weiß nicht recht. Po und Oberschenkel scheinen kein sehr ausgeprägtes Gedächtnis zu haben.

Na, wir werden sehen. Eigentlich wäre es auch ein gute Gelegenheit, mit dem Videobloggen anzufangen, aber andererseits wollte ich dabei nicht in der ersten Folge zeigen, wie sechs erwachsene Menschen zeitgleich nach nur zehn Schritten vom Pferd fallen, obwohl es nach einem Riesenerfolg für das Blog klingt.

Vielleicht doch besser, ich belasse es bei einer schlichten Erzählung, und zwar nachdem ich mich mit den fünf Begleiterinnen auf eine öffentlichkeitsfähige Version geeinigt habe. Weswegen hier ausnahmsweise einmal gilt: Wenn ich von diesem Reitausflug erzählen werde, er wird etwa Ende September stattfinden, wenn ich also berichten werde, mit welcher Grazie und edler Haltung die Damen und ich durch die Elbmarschen gejagt sind, hier über einen gestürzten Baum setzend, dort im gestreckten Galopp einen Hügel hinab – glauben Sie mir kein Wort.

%d Bloggern gefällt das: