Als ich heute morgen fluchend und knurrend die Biobäckerei bei uns um die Ecke betrat, wirkte ich fraglos ein wenig schlecht gelaunt, denn meine beiden schweren Einkaufstaschen, mein Schal, der Türgriff und ich verhedderten uns ein wenig ineinander, was für meine ohnehin grippal geschädigte Stimmung nicht eben förderlich war. Die Brötchenverkäuferin hinter der Theke, die mich milde lächelnd beobachtete, während ich Tüten neu sortierte und nur sehr mühsam der Versuchung widerstand, meine diversen herumkullernden Einkäufe quer durch den Laden zu treten, sagte in offensichtlich strahlender Laune zu mir:

“Na, na. Sie müssen das mal so sehen: Sie haben die Einkäufe schon geschafft. Gleich haben sie auch leckere Brötchen. Bestimmt wartet ihre Frau zuhause mit dem Frühstück auf sie und der Kaffee läuft wahrscheinlich jetzt gerade durch. Den Rest des Wochenendes haben sie frei. Eigentlich geht es ihnen gut – sie könnten mich auch einfach mal anlächeln.”

Mit anderen Worten, das Umweltbewußtsein in Biobäckereien erstreckt sich offensichtlich auch auf das seelische Klima der Kundschaft, faszinierend. Bei der nächsten Depression wende ich mich gleich vertrauensvoll an die Bäckereifachverkäuferin meines Vertrauens.

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