Immer wieder schön: Fachpersonal

Wenn man ein großes Kaufhaus in der Hamburger Innenstadt so umgestaltet, daß es nur noch hochpreisige Ware dort gibt und alles nach fein bis sehr fein aussieht, dann wäre es vielleicht auch hilfreich und nützlich, ein wenig in den Kenntnisstand und die Umgangsformen des Personals zu investieren.

Die Frau an der Kasse der Süßwarenabteilung, die meine Ware an den Scanner hält und dabei liest, was auf der Packung steht, mit Staunen und ehrlicher Überraschung im Gesicht: „Schokolade mit Pfeffer?! Ist das nicht voll eklig?“

Die Frau an der Information, die wir nach Umstandsmode gefragt haben, mit deutlich pikierter Stimmlage: „Nein, SO ETWAS haben wir hier nicht mehr.“ Ihren Tonfall darf man sich dabei in etwa so vorstellen, als hätten wir nach praktischen Zehnliterfässern Gülle gefragt.

Vorsicht Falle

Nicht daß ich übertrieben wasserscheu wäre, nein. Nur ein klein wenig. Hätte ich aber gewußt, daß die Herzdame auf gemeinsamen Geburtsvorbereitungskursen ausgerechnet im Schwimmbad bestehen würde, wäre mein Kinderwunsch vielleicht doch nicht ganz so ausgeprägt gewesen. Allmählich verstehe ich ja, was mit „die Schwangerschaft stellt auch Männer vor ganz neue Herausforderungen“ gemeint ist.

A propos Vererbung

Daß die Herzdame mich in letzter Zeit mit erstaunlicher Intensität an den Ohren kraulte, lag übrigens, wie sie mir gestern mitteilte, nur daran, daß sie aus eigenem Interesse deren Biegsamkeit untersuchen wollte. Sie macht sich Sorgen um den Geburtsvorgang, da ich ja Größe und Winkel der Ohren eventuell vererben könnte. Bin mir nicht ganz sicher in der Wortwahl, aber ich glaube, es fiel schließlich ein Satz in der Art von „Dumbos Mutter hat es ja auch überlebt“.

Wir schlafen wieder getrennt.

Die Herzdame auf der Überholspur

Die Herzdame hat übrigens in der letzten Woche ihre schier endlose Weiterbildung mit Glanz und Gloria abgeschlossen, sogar dergestalt, daß die Handelskammer künftig ihre Abschlußarbeit als Musterlösung verwenden will, zu Nutz und Frommen kommender Generationen von Menschen, die auch irgendwas mit Internet machen wollen. Das ist natürlich eine grandiose und sehr beachtliche Leistung. Oder, wie meine Freundin Birgit sagte, die wie die Herzdame aus Nordostwestfalen stammt, wo besondere Kommunikationsgesetze gelten: „Was für eine entsetzliche Streberin. Wenn sie das man bloß nicht an das Kind weitergibt.“

Das Image der Orthopäden

Wie könnte man dieses schwierige Thema besser zusammenfassen, als es mein Hausarzt tat, der meinen Zitatenschatz in der letzten Woche durch diesen schönen Satz bereicherte: „Wenn es ab morgen keinen einzigen Orthopäden mehr geben würde, wäre die Welt auch nicht schlechter.“

Eine unbedingt überdenkenswerte Hypothese.