Zur Entwicklung der Mutterinstinkte

Es ist sehr unvorsichtig, eine schwangere Frau scherzhaft darauf hinzuweisen, daß es bestimmt eine tolle Idee sei, schon weit vor der Geburt des Nachwuchses ihre mütterlichen Hege- und Pflegeinstinkte durch etwas Training zu mobilisieren. Und es ist definitiv riskant, ihr vorzuschlagen, sie könne ja zu diesem edlen Zwecke zum Beispiel mal eben dem hungernden, aber gerade eher bewegungsunlustigen Gatten zum Beispiel eine liebevoll mundgerecht geschälte Banane aus der Küche holen und dann reichen.

Es kann dann nämlich, wie die Erfahrung zeigt, passieren, daß sich eine tatsächlich geschälte Banane, von geschickter Wurfhand unangemessen beschleunigt und in tiefer Flugbahn den Raum durchquerend, dem Hungrigen und seinem Schreibtisch dergestalt nähert, daß die Unterseite der Frucht, noch ehe die Zielperson zum Fangen auch nur ansetzen kann, von der Tastatur des Notebooks bei der Landung ein wenig geschreddert wird, so daß ein nicht unerheblicher Teil des Snacks dabei unter den Tasten verschwindet.

Und das wiederum hat, wie sich zeigt, nach ein paar Tagen eine durchaus seltsame Geruchsbelästigung zur Folge. Mütterliche Instinkte, so scheint die Herzdame zu meinen, müssen also nicht vor Geburt trainiert werden. Wieder etwas gelernt.