Wie in jedem Jahr werden die Herzdame und ich Ostern in ihrem Heimatdorf verbringen, um zu beobachten, was die Einwohner dort so treiben, während das Osterfeuer brennt und die Zuschauer Kaffee mit Korn („Schwatten“) trinken. Ich selbst halte mich allerdings auf dieser Veranstaltung aus guten Gründen zurück, was den Alkoholkonsum angeht.

Als ich nämlich vor mittlerweile schon vielen Jahren zum ersten Mal dort war und noch nicht mit den typischen nordostwestfälischen Schnapsmengen gerechnet habe, kam es zu einem sehr heiteren Abend, an dem ich zu später Stunde der flüchtenden Herzdame durch das Gebüsch am Dorfrand nachsetzte, wobei ich geradezu hirschmäßige Beischlafbedarfsbekundungen von mir gab, sehr zur Freude der zusehenden Dorfbewohner, die sicher noch in drei Generationen davon erzählen werden, wie sich der liebestolle junge Mann aus der Stadt damals schließlich unverrichteter Dinge zwischen nur zwei Haselsträuchern hoffnungslos verirrt hat. Man lernt aus solchen Erfahrungen, ein für allemal.

Ich kann es aber, da ich damals noch keine vierzig Jahre alt war, in Frieden als Jugendsünde verbuchen, nehme ich an. Die Herzdame und ich wünschen frohe Ostern allerseits!

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