Unser Nachwuchs hat sich in den letzten Tagen zum ersten Mal durch spürbare Bewegungen bemerkbar gemacht. Allerdings tat er das nicht, wie es in der Fachliteratur so schön heißt, durch „ein Gefühl wie vom Flügelschlagen eines Schmetterlings“, sondern etwas robuster durch einen kräftigen Tritt. Die dörfliche Abstammung wird da wohl nicht zu leugnen sein, nehme ich an. Beim ersten Kick war ich gerade nicht zuhause und konnte daher nicht sofort meine Hand auf den Bauch der Herzdame legen. Seitdem halte ich meine Hände zwar nahezu permanent an die richtige Stelle, wenn ich nicht gerade arbeiten muß, aber irgendeine deutliche Bewegung gibt es dort hartnäckig nur, sobald ich wieder loslasse.

Die Herzdame gibt hin und wieder ein verzücktes „jetzt“ von sich, ich hechte zu ihr – aber dann gilt schon wieder „jetzt gerade nicht mehr“. Ich drehe mich um, ich gehe ins Wohnzimmer, vom anderen Ende des Flures höre ich ein leises, lockendes „Jetzt“ – ich war nie gut im Sprint.

Für die Herzdame ist nun klar, daß es ein Mädchen wird. Das frühzeitige Einüben der Veralberung männlicher Familienmitglieder sei ein sehr deutlicher Hinweis auf die weibliche Linie des Stammbaums, sagt sie.

%d Bloggern gefällt das: