Auf dem Monitor sieht man die Rückseite des Mondes, eine schwarzweiße Landschaft voller Krater und Täler, man erkennt eigentlich eher gar nichts, beim besten Willen nichts, außer Grauabstufungen, aber die Frauenärztin sagt: „Gucken sie mal, und hier das Gesicht, da die Augenbrauen“. Ah ja.

Dann einer der wenigen Fälle, bei denen Schulwissen mal nützlich ist, der Unterarm besteht aus Elle und Speiche und die erkennt man, ganz deutlich, ein Arm, ein Arm, ich weiß was, ich weiß was. Die Frauenärztin lacht, weil das Kind anscheinend den Kopf in beide Hände stützt, während wir es betrachten, zumindest sieht es so aus – und die Herzdame lacht jetzt auch, weil ich gerade genau so sitze und gebannt auf den Monitor starre.

Ein schwarzer Klecks, der volle Magen, Beinchen, Füße, Pobacken. Das war’s. Bis zum nächsten Mal.

Die Herzdame sieht mich an, ich sehe die Herzdame an, zwischen uns bildet sich ein großes Fragezeichen, das langsam zur Decke schwebt. Und, fragt die Herzdame schließlich, kann man denn sehen, was es wird? Weiß ich nicht, sagt die Ärztin und rollt das Ultraschallgerät schon mal weg, sie waren doch das Paar, das auf keinen Fall wissen wollte, was es wird? Oder nicht? Waren sie das nicht? Nein, sage ich, das waren wir nicht. Wir wollen es wissen. Jetzt. Die Ärztin ist irritiert, sie hat extra an der entscheidenden Stelle etwas schneller gemacht, um uns keinen genauen Anblick zu bieten, aber sie macht das Gerät wieder an. Das Kind zieht die Beine an und gibt sich defensiv. „Na komm, mach mal die Beine breit“, sagt die Ärztin und die Beinchen öffnen sich umgehend, so ein wohlerzogenes Kind. jetzt schon, es ist eine Freude. „Ich glaube, da hängt was“, sagte die Ärztin und guckte ganz genau hin.

Wenn unsere sicherlich überaus geschmackvolle, phantasiereiche und stilbewußte Leserschaft freundlicherweise noch ein paar Jungennamen einreichen würde, wären wir wirklich sehr dankbar.

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