Pränatale Musikberieselung

Das Baby reagiert angeblich bereits im Bauch der Mutter auf Musik, sagen die Experten, wobei unterstellt wird, daß gerade klassische Musik als besonders angenehm empfunden wird. Das kann ich mir bei meinem Sohn zwar schwerlich vorstellen, aber wer wäre ich, solche Ratschläge der Wissenschaft zu ignorieren. Wir kauften also kürzlich eine Spieluhr, die das Wiegenlied von Mozart spielt. Eine Tonfolge die mir peinlicherweise vorher nicht einmal bekannt war. Diese Spieluhr steckt in einem Stofftier, in der ansprechenden Gestalt eines kleinen Esels. Die Herzdame legt sich jetzt also abends, wenn sie ins Bett geht, einen Esel auf den Bauch – und ich lasse hier einen sehr, sehr naheliegenden Scherz aus. Sie zieht dann an der Strippe, die dem Esel befremdlicherweise aus dem Po hängt und es erklingt Mozart. Wenn das Kind geboren ist und dann diese Töne hört, erkennt es sie wieder und beruhigt sich sofort, schläft leichter ein und wird, weil es ja Mozart kennt, auch noch hochintelligent und kann mit drei Jahren bereits Symphonieorchester dirigieren und Steuererklärungen ausfüllen

Schade eigentlich, daß wir gar nicht mitbekommen werden, ob die Melodie das Kind wirklich beruhigt. Es ist nämlich so, daß diese Spieluhr eine so dermaßen friedliche, rosafarbene und Geborgenheit verströmende Heile-Welt-Stimmung erzeugt, daß die Herzdame und ich nach den ersten Tönen in einer bisher ungekannten Geschwindigkeit äußerst fest einschlafen, während das Kind dabei lebhaft von unten gegen den Esel tritt, daß dieser auf dem Bauch herumhüpft. Wir können diese Spieluhr also später aus Sicherheitsgründen gar nicht benutzen, man könnte uns sonst irgendwann vorwerfen, wir würden lieber schlafen, statt uns um das schreiende Kind zu kümmern. Fatal.

Bleibt aber herauszufinden, ob der nächtliche Mozartgenuß vielleicht bei mir noch zur Entwicklung von Hochintelligenz führt. Ich war ja in so manchen Dingen eher ein Spätstarter.

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