Ich habe mich wegen zu befürchtender Dauerschäden an einem Schultergelenk zu einer Operation entschieden, welche ich gerade überstanden habe. Vor so einer Operation muß man ein Anästhesiegespräch führen, also mit dem Narkosearzt besprechen, in welchem Zustand man ist. Da war in meinem Fall eine reizende Ärztin, die meinen Fragebogen durchsah und mir dann noch ein paar Fragen stellte. Das ergab ein etwas seltsames Gespräch.

Ärztin: „Können sie einem Bus hinterherlaufen?“
Ich: „Nein. Ich lehne es grundsätzlich ab, Bussen hinterherzulaufen.“
Ärztin: „OK, können sie Treppen steigen? Macht ihr Kreislauf das mit?“
Ich: „Ich wohne im fünften Stock ohne Fahrstuhl. Also ja, kann ich.“
Ärztin: „Ach. Der Mann eben vor ihnen wohnte auch im fünften Stock ohne Fahrstuhl.“
Ich: „Aha.“
Ärztin: „Und was machen sie beruflich?“
Ich: “ Ich bin Controller.“
Ärztin: „Gibt es ja nicht. War der Mann vor ihnen auch! Jetzt sagen sie nur noch, daß sie gerade Vater werden?“
Ich: „Ja, werde ich. Echt.“
Ärztin: „Und sie wohnen wohl auch in Sankt Georg, was?“
Ich: „Ja.“

Darauf hin sah die Ärztin einen Moment aus dem Fenster und wirkte irritiert.

Ich: „Sah er so auch so aus wie ich? Das würde mich dann doch interessieren.“
Ärztin: „Das überlege ich gerade. Irgendwie schon. Ich weiß nicht recht.“
Ich: „Glauben sie an Paralleluniversen?“
Ärztin: „Das ist irgendwie nicht mein Tag heute.“

Dann sah die Ärztin wieder lange aus dem Fenster. Ich verabschiedete mich. Keine Ahnung, wer der andere ist, aber ich hoffe, er hat die Operation auch gut überstanden.

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