Merlix übt schon mal Kinderbetreuung

Heute am Beispiel der dreijährigen Nachbarinnentochter gelernt:

Kindliche Phantasie ist unbedingt ernst zu nehmen. Wenn die Kleine gerade hinter einer imaginären Tür steht, sollte man das respektieren. Durchschreitet man die unsichtbare Barriere einfach, wird das Kind sehr, sehr sauer.

Kinder gehen heutzutage davon aus, daß ihnen von allen Kaffeespezialitäten, die sich die Erwachsenen aus den Cafés rings um den Spielplatz besorgen, der Milchschaum zusteht, insbesondere die Stellen mit dem Schokopulver. Verweigert man den Milchschaum, wird das Kind sehr, sehr sauer.

Wenn man das Kind auf einem Dreirad nach Hause schiebt, kann es vorkommen, daß eines der Räder quietscht. Wenn man dies mit einem heiteren „quiiietsch“ in hoher Stimmlage kommentiert, muß man dieses Wort eventuell fünfhundertmal wiederholen, um das Kind weiter bei Laune zu halten.

Wenn man ein kleines Kind dabei hat, wird man nicht von den Huren hinter dem Bahnhof angesprochen. Dafür gucken sie sehr, sehr freundlich.

Die Menge an Spielplatzsand, die am Abend aus den Schuhen einer Dreijährigen rieselt, reicht locker aus, um ein durchschnittliches Wohnzimmer in einen Beachclub zu verwandeln.

Kinder sind sehr intuitiv. Wenn ich mit den Händen eine Kugel in die Luft male, fragt das Kind, ob die Herzdame auch bald kommt.

Weitere Umzugsvorbereitungen

Zu den kreislaufbelebenden Erfahrungen bei einem geplanten Umzug kann es zum Beispiel gehören, daß die gerade noch knapp fristgerecht und per Einschreiben verschickte Kündigung der alten Wohnung nach etlichen Tagen als unzustellbar zurückkommt, weil die Verwaltungsgesellschaft schon vor einiger Zeit den Standort gewechselt hat, was uns aber entgangen ist.

Warum allerdings die Post eine neue Firmenanschrift, die schon im Telefonbuch steht und für die es sogar einen Nachsendeantrag gibt, für „nicht ermittelbar“ hält, bleibt dabei etwas rätselhaft.