Hausmeister

Eine der interessanteren Google-Anfragen der letzten Tage, über die diese Seiten hier gefunden wurden, lautete wörtlich: „Sind Hausmeister auch Menschen?“

Je nach Mietwohnungserfahrung im Laufe des Lebens kann man sich die Geschichten ausmalen, die zu solchen Fragen führen. Wahrscheinlich und hoffentlich hat der oder die Suchende sogar eine Antwort gefunden, nämlich in dieser Geschichte von mir: Selbstverständlich sind Hausmeister auch Menschen. Aber, und es ist ein großes ABER, das hier einzuwerfen ist: Es gibt gar keine Hausmeister mehr. Sie heißen heute, wie man spätestens merkt, wenn man umzieht und spaßigen Briefwechsel mit Verwaltungsgesellschaften hat, nicht mehr Hausmeister, nein, sie heißen jetzt korrekt „Objekttechniker“. Das Wort Hausmeister darf auf keinen Fall mehr benutzt werden, es wirkt anscheinend herabsetzend, entwürdigend und geradezu beleidigend.

Der Hausmeister als solcher ist sozusagen der begriffliche Negerkuß der Immobilienbranche. Ein Pfui-Wort. Nur daß er leider nicht so lustig modern heißen darf wie die Süßigkeit, etwa Schokoschmatz oder Dickmann, was analog vielleicht etwas wie Graukittelchen oder Schraubmann wäre, sondern nur sachlich nüchtern: Objekttechniker.

Vorauseilend könnte man jetzt zum Beispiel auch Bademeister in Naßtechniker und japanische Zenmeister in Erleuchtungstechniker umbenennen, wenn man schon dabei ist. Und „Die Meistersinger“ könnte man sicher auch unter „Die Gesangstechniker“ aufführen.

Man muß mit der Zeit gehen, auch sprachlich.

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