Wenn man als Mann im Bahnhofsviertel lebt, kommt es natürlich öfter vor, daß einem auf dem Heimweg von der Arbeit oder beim Einkaufen gewisse Angebote von an Straßenecken stehenden Damen in auffälliger Kleidung unterbreitet werden, das gehört hier zum Alltag. Daß ich aber gestern, als ich mir nach getaner Umzugsarbeit noch eben ein Bier holen wollte, direkt im Hamburger Hauptbahnhof ein im Vorbeigehen an mich gerichtetes, mit der nach Bar klingenden Stimme einer gestandenen Raucherin gehauchtes: „Na mein Süßer, hast du nicht mal ein wenig Zeit für mich?“ hörte, fand ich schon etwas überraschend.

Noch überraschter war ich, als ich sah, wer da etwas von mir wollte: Eine Pommes-Frites-Verkäuferin, die mir eine bereits frisch gefüllte Tüte lockend über den Tresen reichte und mit umwerfendem Augenaufschlag weitersprach: „Nur fünf Minuten, mein Süßer. Gönn dir mal was Gutes zwischendurch.“

Eine Verkaufsstrategie, die tatsächlich funktioniert.

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