Wir haben durch die ganzen Umzugswirren eine Flasche feinsten Grappas gerettet, weil wir sie an einem der Hauptaktionstage an einen unserer Helfer verschenken wollten, der gerade Geburtstag hatte. All unser Besitz war schon verpackt, entsorgt oder gerade in Bewegung, nur diese eine Flasche stand jungfräulich auf einem Tisch mitten im Chaos, unangebrochen und randvoll.

Ab und zu versicherten die Herzdame und ich uns gegenseitig, wie überaus umsichtig, fürsorglich und intelligent es doch von uns war, die ganze Zeit diese Flasche für den Freund so sorgsam zu hüten, wir waren richtig stolz auf uns.

Nachdem der ebenfalls helfende Vater der Herzdame mit der Flasche etwa eine halbe Minute allein im Raum war, konnte allerdings von unangebrochen und randvoll keine Rede mehr sein. Und er war sehr verblüfft, als er unsere entsetzten Gesichter sah, denn auf die Idee, daß eine solche Flasche nicht zum allgemeinen Gebrauch in einer Wohnung herumstehen könnte, wäre er nie gekommen.

Was für eine überaus sympathische Grundhaltung.

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