„Maud Philby hielt den Abstand des Ebennochberührens, der das Fluidum allen Tanzens ist. Man schritt in einer sanften Parallele, die nie zerbrochen wurde durch ein Gegeneinander, man fühlte die langen Schenkel wie Rehe kommen und fliehen unter der dünnen Seide und das verwirrende Spiel der Knie.“

Erich Maria Remarque: Station am Horizont, Köln.: Kiepenheuer & Witsch, 2002. Der sicher wenig bekannte Roman über einen äußerst mondänen Rennfahrer erschien 1927 und 1928 in Fortsetzungen in der Zeitschrift „Sport im Bild“ und wurde bis 1998 nie als Buch veröffentlicht.

Das Buch ist in einem Ausmaß unmodern, das viele noch wesentlich ältere Autoren bis heute nicht erreicht haben. Nahezu unlesbar, aber dadurch auch fast schon wieder interessant, man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Gut jedenfalls, daß die Herzdame und ich uns schwangerschaftsbedingt beim Tanzen vorerst abgemeldet haben, ich müßte sonst bei den Trainingsstunden vermutlich unentwegt an die fliehenden Rehe unter der Seide denken. Ist Tango, Bambi.

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