Seit gestern Abend kann ich nun auch mitreden, wenn es um Geburtsvorbereitungskurse geht – jene ominösen Veranstaltungen, bei denen man auf Gymnastikmatten seltsame Dinge tut und noch viel seltsameren Tee angeboten bekommt. Tee, der bei Frauen eventuell Wehen auslöst und bei Männern vollkommen unklare Folgen hat.

Wie der Gentleman von Welt weiß, gibt es keine Situation, in der man sich nicht blamieren kann, also habe ich mir auch gestern abend redlich Mühe gegeben. Zu den drolligen Übungen, die man bei diesem Kurs zu absolvieren hat, gehört es, sich mit der Partnerin so aufzustellen, daß sich die die Hüftknochen berühren um dann gemeinsam mit den Unterleibern kleine, liegende Achten zu kreiseln. Das fällt, wie man sich denken kann, dem deutschen Durchschnittsmann schwer, der ja eher hüftlahm durch das Leben geht. Mir jedoch fiel das verblüffend leicht, jahrelanges Tanzen zahlt sich eben doch irgendwann aus. Die Kursleiterin, die eine Weile kritisch guckend neben mir stand, lobte mich aber keineswegs für besonders gelungenes Hüftschwingen und beglückwünschte auch nicht die Herzdame zu einem so formidablen und engagierten Partner, nein, sie sagte nur: „Kleine Achten sollst du machen, kleine Achten! Keine großen Angeberkreise!“

Immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich charakterlich enttarnen kann.

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