Was genau Ruam-Mit eigentlich heißt, hat sich mir auch nach der Befragung von Google nicht recht erschlossen, es scheint sich verdächtigerweise auf eine Zubereitungsart für Gemüse oder Fleisch zu beziehen. Das Eis jedenfalls schmeckt zunächst einmal überzeugend nach gar nichts oder einfach nur kalt; man könnte für den gleichen Genußfaktor auch einfach zuhause den Kühlschrank ablecken. Es handelt sich hierbei um eine Hypothese, ich habe, soviel Ehrlichkeit muß sein, nicht explizit getestet, wie unser Kühlschrank schmeckt, wenn ich ihn ablecke.

Nach einer Weile des langweiligen Herumleckens an der geschmacklosen Substanz stößt man aber, wie soll man das nur nennen, auf Dinge im Eis, die etwas seltsam anmuten und dort nach europäischen Maßstäben auch nicht unbedingt hingehören. Es handelt sich um wurmähnliche, ineinander verschlungene Gebilde in Vehementgrün, die von der Konsistenz her sehr gut abgehangenem, zerdrückten und porös gewordenen Weingummi ähneln, das man zulange in einer Manteltasche vergessen hat. Da auch diese etwas außerirdisch anmutende Zutat geschmacklich eher nichts bietet, hilft nur ein Blick auf den Karton weiter: Es handelt sich um „süße Dessertnudeln“, was vermuten läßt, das man sie auch ohne Eis essen könnte. Wenn man wollte.

Hat man sie einmal freigeleckt, sieht das Eis, aus dem dann grünes Gewürm hängt, in etwa so aus, wie man sich vielleicht ein angenagtes Alien vorstellt. Die Kinder auf dem Spielplatz vor unserer Haustür bekamen große Augen und wollten gar nichts abhaben.

Dieses Eis kann man aber doch unbedingt allen Menschen empfehlen, die schon immer mal das interessante Gefühl kennenlernen wollten, auf plastinierte Regenwürmer zu beißen.

In der nächsten Folge: Das sehr, sehr rote Eis.

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