Bei all dem Regen, der in diesen Tagen vom Himmel fällt, kann man als Hamburger oder Norddeutscher auch mal wieder in ein Museum gehen und sich ansehen, wie Wasser eigentlich aussieht, wenn es dort herumliegt, wo es wirklich hingehört, nämlich vor einer Küste. Die Ausstellung „Seestücke – von Max Beckmann bis Gerhard Richter“: Noch bis 16.09. in der Hamburger Kunsthalle – sehr sehenswert, sehr unterhaltsam, sehr überdacht.

Und man beachte unbedingt den Ringelnatz! Dort hängt ein Bild, auf dem er die Außenansicht der Kneipe zum Südwester gemalt hat, sehr interessant für Ringelnatzkenner (und wer wäre das nicht). Meine spontane Ringelnatzrezitation vor dem Bild fand jedenfalls reges Interesse der anderen Gäste. Vielleicht wollten sie aber auch nur, daß ich Ruhe gebe, wer weiß. Hier zum Mitmurmeln die zum Bild gehörige Hafenkneipe:

In der Kneipe „Zum Südwester“
Sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.

Zwar der Bruder ist kein Bruder
Doch die Schwester ist ein Luder
Und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe „Zum Südwester“
Ballt sich manchmal eine Hand,
Knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben Schenke
Schäumt um einfache Getränke
Schwer erkämpftes Seemannsglück.
Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
Derer, die dort einmal
Oder keinmal
Abenteuerliche Freude hatten.

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