Die dreijährige Tochter der schönen Nachbarin ist vor kurzer Zeit zum Kindergartenkind geworden und platzt seitdem natürlich vor lauter neu gelernten Wörtern, Liedern, Sätzen, Spielen und Regeln. Verständlicherweise hat sie einen gewissen Drang, das Gelernte abends den Erwachsenen zuhause vorzuführen und als anständiger Gast und Freund des Hauses hört man dem Kind auch gebannt zu, versucht angestrengt zu verstehen, worum es gerade geht und macht im Zweifelsfalle mit, wenn die hochmotivierte Prinzessin lustige Bewegungsspiele an die so schrecklich langweilig dasitzenden Gäste vermitteln möchte.

So fand ich mich an einem schönen Abend auf dem Balkon der schönen Nachbarin und hüpfte weisungsmäß mit dem Kind zusammen auf und ab, um dann, kaum daß genug gehüpft war, intensives und langwährendes Powackeln anzuschließen. Die Nachbarn ringsum, die einen prima Blick auf den Balkon der schönen Nachbarin haben, werden sich nicht wenig über den Anblick gewundert haben, denn die kleine Anweiserin blieb unter der Balkonbrüstung nach außen unsichtbar, zu sehen waren für das interessierte Publikum nur drei Erwachsene, die im Gleichtakt auf und ab hüpften und anschließend eine Art mißglückten Ententanz aufführten – ohne Musik, die Blicke immer nach unten gerichtet.

Man wird uns künftig meiden, aber da stehen wir drüber. Nehme ich an.

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