Als ich gestern vor dem Krankenhaus auf die Herzdame wartete, um mit ihr die vierte Stunde des Geburtsvorbereitungskurses zu besuchen, ging neben mir ein junger Mann aus unserem Kurs in heller Aufregung auf und ab, gestikulierte wild und sprach lautstark in sein Handy. Alle paar Minuten wählte er eine neue Nummer. Die Gespräche schienen jeweils fast nur darauf zu bestehen, daß er in schneller Folge männliche Vornamen herunterrappelte – dann hörte er sehr kurz zu, was am anderen Ende der Leitung dazu gesagt wurde, dann wählte er schon wieder neu und sagte weitere Namen auf, wobei er einigermaßen verzweifelt und ratlos in die Gegend guckte. Als er später mit uns im Fahrstuhl stand, erzählte er, daß sein Sohn überraschend verfrüht und als erster des Kurses soeben zur Welt gekommen sei. „Streber!“ stellte ich empört fest, was er vergnügt bejahte. Und gab uns den sehr gut gemeinten Rat, doch besser rechtzeitig vor der Entbindung einen Namen parat zu haben.

„Wie gut, daß wir uns bei dem Namen schon einig sind“, sagte ich zu der Herzdame. „Ach, sind wir das?“ fragte sie zurück und guckte erstaunt.

Es war einen Versuch wert.

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