Ich verbringe viel Zeit auf dem Spielplatz vor unserer Haustür, der für mich gewissermaßen ein Trainingslager ist. Da ich in meinem bisherigen Leben mit Kindern sehr wenig zu tun hatte, wurde es als Vorbereitung auf den eigenen Nachwuchs höchste Zeit, mich etwas an den Umgang mit diesen sonderbaren Wesen zu gewöhnen. So sitze ich nach der Arbeit neben der schönen Nachbarin auf der Bank, sehe ihrer kleinen Tochter und den anderen Kindern beim Spielen zu und lerne. Im Wippen und Schaukelanschubsen zum Beispiel bin ich nach Aussage der kleinen Experten schon ziemlich gut.

Zu den Lieblingsbeschäftigungen der Tochter zählt es gerade, die Rutsche hochzulaufen – auf der glatten Seite, versteht sich, denn sie ist schon drei Jahre alt. Das gelingt ihr auch recht gut, ab einer gewissen Erschöpfung aber bleibt sie doch mal in der Mitte hängen, krallt sich in das Geländer und ruft nach der Mutter. Diese schiebt das Kind dann ein wenig an und spricht, wie es eine weise Mutter tut, pädagogisch wertvoll und motivierend: „Immer dahin sehen, wo du hinwillst, mein Kind, und wenn du nicht mehr kannst, leg dich auf den Bauch.“

Ein bemerkenswerter Satz. Klingt es nicht fast wie eine jener Sprachperlen, die der Dalai Lama gerade so überreichlich in Hamburg verstreut hat?

%d Bloggern gefällt das: