Wenn man als Mann notgedrungen eine ganze Woche auf der Wöchnerinnenstation verbringt, was soll man da tun, wenn die Herzdame gerade mal keinen Bedarf daran hat, etwas zugereicht zu bekommen und auch nicht zu ihrem Kind geschoben werden möchte? Naheliegend eigentlich, auch die Bettnachbarin der Herzdame zu fragen, ob sie nicht vielleicht einen Tee wolle, ob man mal ihr Bett höher stellen solle oder ob die Blumen von vor drei Tagen nicht allmählich mal entsorgt werden könnten. Man kommt so ins Gespräch, über Kinder und dies und das, es ist aber immer noch sehr viel Zeit übrig. Krankenhausstunden sind etwa zehnmal so lang wie die Stunden draußen, im Alltag. Da kann man sich ja auch im Zimmer nebenan, in dem die sehr nette Afghanin liegt und dessen Tür gerade offensteht, mal eben nützlich machen. Und deren Bettnachbarin wiederum möchte ein Malzbier, bitte sehr, bitte gleich und Vorlesen kann ich auch, doch, doch. Wenn ich schon mal da bin.

So gesehen, auch eine nette Woche. Mir liegen jetzt verschiedene, sehr interessante Angebote als Butler oder Hausfreund vor, bisher ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf. Gibt es nicht noch so etwas wie „Gesellschafter“ als Beruf, weit abseits der schnöden GmbH-Begrifflichkeit?

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