Julius ist ein ziemlich großer, vor allem aber ziemlich langer Neugeborener. Es gibt zwar viele, die noch wesentlich schwerer und größer zur Welt kommen, aber er war schon sehr deutlich über den Durchschnittswerten. Auf der Kinderstation, in der er die erste Woche zugebracht hat, lag er neben filigranen, klitzekleinen Frühchen, ein sehr merkwürdiges Bild. Eine Reihe von winzigen Geschöpfen mit streichholzdünnen Ärmchen, dann unser Kind, welches figürlich in dieser Umgebung stark an einen etwas verfetteten Rambo erinnerte, zumal der Gesichtsausdruck auch durchaus oft in die Richtung geht. Wenn die Frühchen gefüttert wurden und hinterher zart den Rücken beklopft bekamen, perlte leise etwas Luft aus ihnen heraus. Wenn man Julius nach dem Trinken auf den Rücken klopft, erinnert das dadurch provozierte Geräusch dagegen stark an den sicher allseits bekannten Rülpser in „Dinner for one“.

„Nordostwestfalen“, murmelte ich mit Kennermiene, als ich das beeindruckende Geräusch zum ersten Mal hörte. „Deine Gene“, antwortete die Herzdame pikiert. Das wird noch ein wenig zu diskutieren sein.

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