Viele Menschen geben Eltern Ratschläge, zu nahezu allen denkbaren Themen. Man erfährt zum Beispiel, ob und wie lange man ein Baby schreien lassen soll, nämlich gar nicht, mal zwischendurch oder auch ruhig stundenlang oder wenn er so guckt und blau wird, dann lieber doch nicht. Man erfährt, wie man ein Baby zu halten hat, nämlich so, ganz anders oder guck mal, ich zeig mal, nein, höher mit dem Kopf. Mit dem Kopf!

Man lernt, wie man ein Baby anzuziehen hat, nämlich erst so was drunter, dann so ein Ding da und dann erst ach, das habt ihr gar nicht? Na, wie soll das denn gehen?

Das hört man sich alles friedlich an und gar nicht selten hört man auch sehr nützliche Hinweise, die man bestens umsetzen kann. In den letzten Tagen habe ich viel gelacht über den sehr gutgemeinten Hinweis, man müsse beim Kinderwagenschieben den Bügel, mit dem man schiebt, unbedingt von unten her anfassen, also in etwa so, als wolle man einen Tisch hochheben. Würde man den Griff nämlich so anfassen, wie es alle tun, also in dem man einfach die Hände unbedacht darauf legt und losschiebt, könne man sich schwere Haltungsschäden zuziehen – weil man ja immer vorne abgestützt gehen würde.

Deswegen nämlich gehen viele ältere Menschen so gebeugt. Sie haben sich an ihren Kindern kaputtgeschoben! Ich merke es mir schon mal vor, um es unserem Sohn dereinst vorzuwerfen. „Ich habe mich an deinem Kinderwagen krummgelaufen“ klingt doch wirklich wie ein ungemein anwendbarer Vorwurf. Und so unverbraucht.

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