Sie wissen bestimmt, wie es aussieht, wenn ein kleines Baby auf dem Rücken unter einem hölzernen Trapez liegt, an dem Figürchen, Glöckchen und Ringe an Schnüren so hängen, daß es mit seinen wedelnden Händchen gerade eben ankommen kann? Normalerweise rotieren die Babyhände dabei so in der Luft herum, daß früher oder später irgendwas von den Fingern getroffen wird, dadurch leicht herumschaukelt und das fröhlich staunende Baby begeistert aufjauchzt.

Unser Kind dagegen – man erinnert sich vielleicht noch an die Sache mit der Mücke – liegt minutenlang reglos mit starrem Blick unter dem Trapez und schlägt dann unerwartet blitzartig und entschlossen so zu, als wäre es der Hauptdarsteller von Karate-Kid in einer Rückblende auf die sehr frühe Kindheit. Die mit erstaunlicher Kraft getroffene Figur wickelt sich zweimal bis zur Bewegungsunfähigkeit um das Gestänge, die links und rechts benachbarten Glöckchen beläuten leise ihren Abgang aus der Spielzone. Das Kind bewahrt eine djangomäßige Ruhe im Gesicht und fixiert lange die nächste Figur. Ihr Schicksal ist schon besiegelt.

Mit neun Wochen ist es aber wohl noch etwas zu früh, um den Kleinen beim Kampfsport anzumelden, nehme ich an.

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