Vor einiger Zeit zeigte mir ein Bekannter, der befremdlicherweise regelmäßig die Bild-Zeitung liest, einen Artikel aus dem grauenvollen Blatt. Dieser war mit einem Haus bebildert, das mir deutlich bekannt vorkam. Auf eines der Fenster unter dem Dach, das mir sehr nach unserem Schlafzimmerfenster aussah, zeigte ein riesiger, aufmontierter weißer Pfeil. Einer jener Pfeile, neben denen in dieser Zeitung üblicherweise etwas steht wie „Hier wohnt der Schafschänder“ oder „Da haust das Blogger-Liebchen“. Neben dem Pfeil aber, der da unverkennbar auf unser Schlafzimmer zeigte, stand erfreulicherweise nur: „Bis dahin wird alles abgerissen“. In dem Artikel darunter, betitelt mit „Hamburgs größte Baustelle“ war anschaulich beschrieben, daß hinter unserer Schlafzimmerwand nach einer größeren Zerstörungsorgie eine Art neuer Stadtteil entstehen wird, mit etlichen neuen Wohn- und Bürogebäuden, Wegen und Straßen – Baubeginn Dezember 2007.

Die Erwartung, daß eines Morgens in den nächsten Wochen eine Abrißbirne drei Meter neben unserem Bett zuschlagen wird, macht uns seitdem etwas nervös. Mich, weil ich mich noch nicht ausreichend mit den Gesetzmäßigkeiten der Mietminderung befaßt habe, die Herzdame, weil es ihr Lebenstraum ist, einmal ein Haus abzureißen und sie schon wieder nicht mitspielen darf.

Ich glaube es gibt eigentlich nichts, worauf wir jemals ähnlich reagieren.

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