Wenn Ihre stillende Frau eine mechanisch zu bedienende Milchpumpe besitzt, könnte es passieren, daß sie sich beim Pumpen eine Sehnenscheidenentzündung zuzieht. Das ist verständlich, denn nur wer genug abpumpt und für die Fütterung eine akzeptable Milchmenge zu Hause läßt, bekommt abends auch Auslauf. Daher ist der Ehrgeiz groß, dieses kleine Gerät schwungvoll in Grund und Boden zu bedienen, was ein untrainiertes Handgelenk gerne mal übelnimmt.

Da die Frau dann nicht mehr recht pumpen kann, wird sie sich natürlich an Sie wenden – und als Kavalier und Gentleman werden Sie hoffentlich sofort die Gelegenheit, bzw. die Pumpe ergreifen und der Dame gerne dienlich sein. Unter fröhlichen Ausrufen wie etwa “Alle Mann an die Pumpen!” legen Sie los und stellen bald fest, es ist ein überraschend mühsames Geschäft. Entspannen Sie sich dennoch, machen sie langsam, Geschwindigkeit bringt rein gar nichts. Bleiben Sie freundlich. Sagen Sie nichts über Kühe, die viel bedienerfreundlichere Proportionen haben. Sagen sie keine spontan erdachten Bauernregeln auf (“Hört er abends das Kindchen schrein, melkt der Bauer das Mütterlein”)und vergleichen sie die abgepumpte Menge auch nicht mit der durchschnittlichen Leistung einer Holsteiner Schwarzbunten. Machen Sie nur ruhig weiter. Sagen Sie nichts, pumpen Sie.

Am nächsten Tag stellen Sie dann einfach bis auf weiteres den Gebrauch Ihrer nunmehr ebenfalls ruinierten Handgelenke ein und besorgen sich eine elektrische Pumpe. Wenn Weihnachten, Geburts- oder Hochzeitstage in der kalendarischen Nähe sind – auch prima als Geschenk geeignet!

%d Bloggern gefällt das: