Herzdame und Sohn haben am Wochenende beschlossen, daß der Herr Papa sie ja mal wieder mit einer Virusinfektion und hohem Fieber in ein Krankenhaus einliefern könnte, weswegen ich jetzt ganz überraschend noch eine Hamburger Institution der medizinischen Grundversorgung mehr kenne.

Mir ist schon bei den letzten Kontakten mit diesen Anstalten unangenehm aufgefallen, wie ausgeprägt grauenhaft die Verpflegung dort war, obwohl doch eigentlich jedem klar sein müßte, das gerade Menschen in der Rekonvaleszenz besonders gutes Essen benötigen. Nicht umsonst gehört, um nur ein Beispiel zu nennen, die gute Hühnersuppe zum Wochenbett. Jedem Angehörigen und Freund ist das anscheinend klar, nur keiner Entbindungsstation, aber das nur am Rande. In dem Krankenhaus aber, das ich jetzt am Wochenende kennengelernt habe, weil der Sohn fieberte wie ein kleines Kraftwerk und die Mutter jenseits aller Zurechnungsfähigkeit übermüdet und selbst krank war, habe ich einen verblüffenden neuen Rekord an schlechter Patientenernährung festgestellt.

Dort war beim Abendbrot die Relation zwischen Brot, Käse, Wurst und Butter tatsächlich so beschaffen, daß man auch bei sparsamster Verteilung der knappen Güter eine Scheibe Brot komplett trocken essen mußte. Oder natürlich gar nicht. Eine Scheibe trockenen Graubrotes ist, sicher doch, immer noch mehr, als die meisten in Afrika haben, schon klar. Die Vorstellung der zahlreichen Kassenpatienten aber, die abends in ihren Zimmern frustriert auf der Bettkante sitzen und ergeben eine staubige Brotrinde mümmeln – wenn das kein gutes Bild für den Zustand des Gesundheitssystems ist?

Ein System übrigens, über das man viel, viel mehr schreiben müßte – wenn man nur nicht so verdammt froh wäre, möglichst wenig darüber zu wissen.

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