Wenn Sie sich versehentlich die ungünstige Kombination „sehr großes Kind – sehr kleiner Kinderwagen“ zugelegt haben, erreichen Sie verblüffend schnell den Punkt, an dem das Kind zwecks Ausfahrt gefaltet werden muß, da es sonst nicht mehr recht in das kuschelige Nest paßt. Mütter sehen es allerdings im allgemeinen nicht gern, wenn man die Kinder mittig einknickt, um sie der Länge von Gebrauchsgegenständen anzupassen, da nützt auch der Hinweis auf die Kostenersparnis nichts, wenn der Wagen noch ein wenig länger gefahren werden kann. Der Vorschlag, am Fußende etwas aus dem Wagen zu schneiden, so daß der überlange Nachwuchs während der Fahrt mit den Füßen entspannt an der frischen Luft herumstrampeln kann, stößt sicher auch nicht auf Begeisterung, obwohl die Füßchen bestimmt gar nicht mal so kalt werden, wenn man sie mit mehreren Lagen Socken versorgt und den Wagen gelegentlich mit dem Fußende unter einem der neuerdings so zahlreichen Heizpilze in der Stadt parkt.

Nein, Gegenwehr ist vollkommen zwecklos. Gehen Sie hin und kaufen Sie einen neuen Wagen. Einen sehr, sehr großen Wagen. Und sehen Sie zu, daß Sie bald mal einen Tag allein zu Hause sind, damit Sie wenigstens in Frieden am Kinderbett werken können. Schon mit wenig billigem Kistenholz, einer Säge und einem Hammer kriegen Sie da nämlich eine mittig eingebaute und tadellose Verlängerung hin – wenn man Sie nur läßt.

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