Manche Dinge werden mit Kind wesentlich schwerer, noch schwerer sogar, als ich es mir je vorgestellt habe. Es gibt nämlich Gewohnheiten, die man im Laufe der Jahre sehr, sehr lieb gewonnen hat, von denen man sich mit Kind unvermittelt trennen muß, ganz egal, wie bestimmend sie bisher für die Persönlichkeit waren.

Zum Beispiel kann ich nicht mehr, wie ich es doch seit vielen, vielen Jahren gewohnt bin, schlechtgelaunt aufwachen, bis zum ersten Kaffee nur Brummgeräusche von mir geben und die Augen dabei gerade eben soweit aufmachen, daß es für eine grobe Orientierung Richtung Badezimmer reicht. Das geht einfach nicht mehr.

Man kann nicht in Frieden schlechtgelaunt sein, wenn man morgens mühsam ein Auge öffnet und aus Richtung Kinderbett ein umwerfendes Strahlen sieht, eine überbordende Begeisterung und freudig aufgerissene Augen. Wenn man dazu noch dieses Jauchzen hört, diese kleinen, hohen, jubelnden Begeisterungsschreie, wenn man diese wild und enthusiastisch wedelnden Ärmchen sieht – und wenn man selbst bei größtmöglichem Bemühen um Ignoranz nicht verkennen kann, daß diese ganze Freude nur der Tatsache gilt, daß Papa endlich wach ist, da muß man einfach gutgelaunt den Tag beginnen. Es ist vollkommen hoffnungslos.

Am Ende werde ich den Tag routinemäßig mit einem seligen Dauergrinsen beginnen, wie damals die Sonntagmorgen-Rama-Familie im Werbefernsehen, die Älteren erinnern sich bestimmt noch. Sehr peinlich, aber da muß man durch.

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