Unser Sohn beschränkt sich sprachlich noch weitgehend auf den alles aussagenden  Begriff „Huba“. Das ist, wenn ich mich recht erinnere, auch das Wort, mit dem sich die Comicfigur Marsupilami vollkommen ausreichend verständlich machen konnte. Es handelt sich sozusagen um einen Sprachdremel – paßt immer, kann alles, multifunktional bis zur Perfektion. Zwischen einem leise und zärtlich geflüsterten „huba“ und einem mit verfinstertem Blick gebrüllten, energischen  „HUBA!“ liegen wirklich Welten, man staunt, wie weit man mit nur einem Wort kommen kann.

Die Tochter der schönen Nachbarin ist schon fast vier Jahre alt und kann natürlich richtig sprechen, was den Vorteil hat, daß sie Menschen, die ihr begegnen, direkt auf körperlich interessante Merkmale hinweisen kann, also etwa auf dicke Bäuche, große Ohren, Pickel und andere Details, die man sich gerne von dem interessierten Kind beschreiben läßt („Du hast da was“). Es härtet ungemein ab. Wenn man oft genug gehört hat, wie man von Drei- oder Vierjährigen beschrieben wird, lebt man vermutlich gänzlich illusionsfrei weiter.

Die Mutter der Kleinen war trotz intensiven Trainings aber doch unangenehm überrascht, als ihre Tochter ihr gestern nach kritischer Betrachtung offenbarte: „Mama, du bist verblüht“.

Man muß dann als Mutter schon sehr schnell und geistesgegenwärtig sein, um noch knapp vor dem endgültigen Dahinscheiden des Selbstbewußtseins zu merken, daß die Tochter gerade eine Gießkanne in der Hand hat und alles im Wohnzimmer, belebt oder unbelebt, als vertrocknet und verblüht deklariert – sonst gäbe es ja dummerweise keinen Grund etwas zu gießen. Logisch.

Und nachdem die schöne Nachbarin die Geschichte etwa dreimal erzählt hat, findet sie den Satz allmählich auch schon etwas lustig. Ein ganz klein wenig.

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