Morgens

Es ist jeden Tag wieder aufs Neue umwerfend, wie außerordentlich gut gelaunt so ein Säugling sein kann. Es macht morgens die Augen auf, blickt interessiert in die gerade zurückweichende Dunkelheit und kreischt schon vor Vergnügen, einfach weil es Tag wird. Man stupst ihn leicht in die Wange und erzeugt wilde Begeisterungsstürme. Man schnipst mit den Fingern und wird angesehen, als wäre man ein Percussion-Gott. Man singt mit morgenrostiger Stimme ein beliebiges Liedchen und wird angehimmelt, als wäre man der nächste Pavarotti. Dann guckt das Kind die Wand an und strahlt ob der Vielfältigkeit der lustigen kleinen Hubbel auf der weißen Rauhfaser. Guckt auf den Teppich und beäugt mit amüsiertem Interesse herumliegende Krümel von allen Seiten. Hebt die Füße ins Blickfeld und untersucht in heller Freude die Beweglichkeit der Zehen. Rollt sich zur Seite und gerät völlig außer sich, weil da ganz überraschend die großartige Herzdame im Blickfeld liegt.

Könnte man doch noch einmal so gut gelaunt aufwachen, wie es ein Baby kann! Könnte man doch wieder so enthusiastisch einen Tag begrüßen! Könnte man doch heiter ins Büro gehen und dort zwei Stunden lang nichts als Spuckebläschen machen!

Na gut, der letzte Punkt ist vielleicht noch zu diskutieren.

Kindheit 2.0

Wordcamp08

Das wahrscheinlich jüngste Mitglied eines Barcamp-Organisationsteams, das es je gegeben hat. Er hat das Wordcamp08 in Hamburg in bester Laune zwei volle Tage lang mitgemacht, schlief selig ein, als ich bei der Bloglesung am Mikro saß und nahm auch die Durchsage der Sturmflutwarnung am Samstagabend mit stoischem Gleichmut zur Kenntnis, während seine Eltern und die anderen Gäste in Anbetracht der Parkplätze am Hafenrand doch etwas hektisch wurden.

Seine Aufgabe bei der Veranstaltung beschränkte sich zwar auf das Verbreiten von Frohsinn durch das unentwegte Anstrahlen der Gäste – aber das ist ja eigentlich keine kleine Aufgabe. Und er hat es sehr, sehr gut gemacht.

Wochenende


Kleiner Hinweis an werdende Eltern

Wenn Sie gerade ein Mädchen erwarten, könnten Sie bitte verbindlich darauf verzichten, dieses Emma zu nennen? Ist Ihnen nicht klar, daß alle Mädchen, die im letzten Jahr geboren wurden, bereits Emma heißen? Gibt es gar keine anderen Namen mehr? Wie soll mein Sohn denn, wenn er später mal Mädchennamen in sein Handy speichert, die alle unterscheiden? Da er im jugendlichen Alter schwerlich zu den Nachnamen greifen wird, gibt er dann womöglich aus lauter Verzweiflung körperliche Merkmale der Mädchen ein, um sich nur ja irgendwie merken zu können, welche Emma zu welcher Nummer gehört und stellen Sie sich nur mal vor, die gerade Angebeteten gehen dann mal aus Neugier bei einem Date heimlich in das Adreßbuch seines Handys und finden dann ihre eigene Nummer da unter einem Eintrag, der womöglich in betont lässiger Wortwahl die Beschaffenheit ihres Pos beschreibt, ist ja immerhin denkbar, man kennt das Alter ja – können Sie sich vorstellen, was das dann für einen Ärger gibt?

Das können Sie doch nicht wollen.