Alexander Lernet-Holenia: Graf Luna. Zuerst erschienen 1955. Der Roman beginnt so:

„Am Dienstag, dem 6. Mai vergangenen Jahres, traf ein gewisser Alexander Jessiersky, der sich tags zuvor aus Mailand telegraphisch angesagt hatte, in Rom ein und nahm Quartier in einem Hotel an der Spanischen Treppe. Er meldete sich als österreichischer Staatsangehöriger, geboren 1911, und schrieb ein, daß er verwitweten Standes sei. Den Beruf aber ließ er offen, vielleicht weil er nicht wußte, wie er ihn ins Italienische übersetzen sollte.

Am 7. vormittags belegte er im Bureau der LIT (Linee Italiane Transoceanee) eine Überfahrt auf der „Aosta“, die am 9. abends von Neapel nach Buenos Aires in See gehen sollte. Am 7. nachmittags besuchte er verschiedene Sehenswürdigkeiten im Süden Roms, darunter auch die Appische Straße. Hier hätte er sich freilich bei der Kirche Quo Vadis oder bei dem naheliegenden Tempel des Deus Rediculus, beide dem Gott der Umkehr, dem heidnischen sowohl wie dem christlichen, geweiht, ein Beispiel nehmen und, zu seinem Besten, gleichfalls umkehren sollen. Zu seinem Schaden tat er dies nicht.“

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