Es gibt Bücher, über die man soviel weiß, daß es einem fast so ist, als hätte man sie längst gelesen, obwohl das gar nicht stimmt. Man kennt dennoch die Figuren schon ganz gut, die eine oder andere Verfilmung, Illustrationen, berühmte Szenen, den ungefähren Handlungsverkauf – aber es ist doch alles nichts gegen das wundervolle Gefühl, das Buch endlich einmal wirklich angefangen zu haben.

Charles Dickens: Oliver Twist. Deutsch von Gustav Meyrink. Der Roman, zuerst erschienen 1837, beginnt so:

„Unter anderen öffentlichen Gebäuden in einer gewissen Stadt, die ich nicht nennen, der ich aber andererseits auch keinen erdichteten Namen beilegen möchte, befand sich eines, wie es wohl die meisten Städte, ob groß oder klein, besitzen, nämlich ein Arbeitshaus; und in diesem wurde eines Tages der kleine Weltbürger geboren, dessen Name dieses Buch trägt.
Lange Zeit, nachdem der Arzt des Kirchspiels ihm zum Eintritt in diese Welt der Mühen und Sorgen geholfen, schien es recht zweifelhaft, ob er lange genug würde am Leben bleiben, um überhaupt einen Namen nötig zu haben.“

%d Bloggern gefällt das: