Es gibt Dinge, die man leider nicht in Frieden beleidigen kann, weil es einfach zu viele gute Freunde gibt, die sie besitzen. Zum Beispiel Zimmerspringbrunnen. Sie sind zwar sicherlich vollkommen indiskutable Horrorelemente der Innenausstattung, aber das kann ich hier leider unmöglich weiter vertiefen, denn ein paar der Menschen, die so etwas besitzen, stehen mir außerordentlich nahe und machen sonst einen sehr, sehr sympathischen und auch geistig klaren Eindruck. Also kein weiteres Wort zu der meist extrem kitschigen Ausführung in Rosenquarz, Stein vortäuschendem Kunststoff und ähnlich abscheulichen Materialien und nichts zu dem nervtötenden Geräusch des Wassers, das so klingt, als würde ein Hundewelpe in einen Suppenteller pullern – wobei dieser Vergleich zugegebenermaßen nur auf einem Verdacht, nicht aber auf Erfahrung beruht.

Die Herzdame teilt meine zweifellos korrekte Auffassung leider nicht, ganz im Gegenteil. So schickte sie mir gestern einen Link ins Büro, mit einer Online-Bestellmöglichkeit für so ein Plastikplätscherteilchen und der unmißverständlichen Aufforderung, ihr ein Exemplar umgehend zu schenken. Ich schrieb ohne die geringste Bedenkzeit, denn manchmal ist man ja ganz sicher und muß zu einer Überzeugung stehen, zurück: „Das Ding oder ich“, um dieses Thema schnell und gründlich wieder los zu sein.

Ich habe natürlich durchaus damit gerechnet, daß dieser Mail noch abendliche, anstrengende Debatten folgen würden. Nicht gerechnet habe ich mit der Antwortmail der Herzdame, die nach etwa vier Stunden kam: „Das war knapp.“

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