Es ist jeden Tag wieder aufs Neue umwerfend, wie außerordentlich gut gelaunt so ein Säugling sein kann. Es macht morgens die Augen auf, blickt interessiert in die gerade zurückweichende Dunkelheit und kreischt schon vor Vergnügen, einfach weil es Tag wird. Man stupst ihn leicht in die Wange und erzeugt wilde Begeisterungsstürme. Man schnipst mit den Fingern und wird angesehen, als wäre man ein Percussion-Gott. Man singt mit morgenrostiger Stimme ein beliebiges Liedchen und wird angehimmelt, als wäre man der nächste Pavarotti. Dann guckt das Kind die Wand an und strahlt ob der Vielfältigkeit der lustigen kleinen Hubbel auf der weißen Rauhfaser. Guckt auf den Teppich und beäugt mit amüsiertem Interesse herumliegende Krümel von allen Seiten. Hebt die Füße ins Blickfeld und untersucht in heller Freude die Beweglichkeit der Zehen. Rollt sich zur Seite und gerät völlig außer sich, weil da ganz überraschend die großartige Herzdame im Blickfeld liegt.

Könnte man doch noch einmal so gut gelaunt aufwachen, wie es ein Baby kann! Könnte man doch wieder so enthusiastisch einen Tag begrüßen! Könnte man doch heiter ins Büro gehen und dort zwei Stunden lang nichts als Spuckebläschen machen!

Na gut, der letzte Punkt ist vielleicht noch zu diskutieren.

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