Vielleicht ist es gar nicht so unüblich, daß Frauen auf Spaziergängen ruckartig stehenbleiben, wenn sie etwas sehr Süßes entdeckt haben. Vielleicht ist es gängig, daß sie dann lange mit leuchtenden Augen vor einem Zaun stehen, hinter dem sie gerade etwas ungemein Niedliches entdeckt haben, daß sie sich in die Stäbe oder Latten krallen und etwas murmeln, das verdächtig deutlich nach “will auch” klingt. Diese eigenartig träumerisch klingende Stimme mit dem bittenden Unterton, dieser umflorte Blick voller Sehnsucht und Verlangen, dieses von Herzen kommende Seufzen, weil sie ja wissen, daß das Objekt der Begierde nicht ganz einfach zu haben ist – alles bestimmt ganz normal.

Und irgendwann gewöhne ich mich auch daran, daß die Herzdame dieses Verhalten nicht bei Karnickeln oder Dackeln zeigt, nicht bei Katzen oder Kindern, sondern ausschließlich bei Baumaschinen größeren Kalibers. Aber noch finde ich es auch nach sieben Jahren noch seltsam, wenn sie bei einem Spaziergang durch die Hafencity mit zitternder Unterlippe auf monströse Bagger zeigt und mich im Weitergehen flehentlich fragt: “Nicht vielleicht einen ganz Kleinen?”

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