Wahrscheinlich wird schon seit der steinzeitlichen Erfindung des Löffels von Generation zu Generation überliefert, daß man Säuglingen bei den ersten Fütterungsversuchen Sätze wie „ein Löffelchen für Oma, ein Löffelchen für Opa…“ usw. vorzubeten habe, wobei man die Verwandtschaft womöglich bis zum letzten flüchtig bekannten Urgroßcousin herunterleiern soll, um die verfütterte Menge maximal zu steigern. Das ist, man muß es klar benennen, eine fatale Überlieferung. Zum einen gibt es dabei ein erhebliches Risiko, daß man als fütternder Vater gelegentlich „ein Löffelchen für Papa“ aufsagt und der Nachwuchs genau dann nicht essen will – wohl aber bei „ein Löffelchen für Mama“. Das führt zu unschönen Reflexionen über die Gefechtslinien im Familienverbund und ist entschieden abzulehnen. Zum anderen macht die ewige Löffelchenlitanei müde, denn nicht umsonst klingt sie wie eine mantra-ähnliche Aufsageübung aus dem autogenen Training. Das Kind, dessen Augen spätestens nach der Herbetung der gesamten Tantengeneration nur noch unter bleischweren Lidern dem Löffelchen folgen, wirkt schnell desinteressiert und gar nicht mehr hungrig und aufnahmefähig.

Vergessen Sie also den Löffelchentext. Verwenden Sie statt dessen fröhlich-sportlich motivierende Sprüche, die der Übung einen gewissen Drive geben und der Situation eine flotte Note verleihen, denn Essen muß, wie jeder Kantinenesser bestätigen kann, schnell gehen.

Glänzende Erfolge verspricht zum Beispiel die gerade von mir erfundene Appetitformel: „Zack zack – Pastinak!“

%d Bloggern gefällt das: