Cesare Pavese: Der schöne Sommer. Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Zuerst erschienen 1950. Das Buch beginnt so:

“Damals war immer Festtag. Es genügte, das Haus zu verlassen und die Straße zu überqueren, schon wurden die Mädchen wie verrückt, und alles war so schön, besonders nachts, daß sie, wenn sie todmüde zurückkehrten, immer noch hofften, daß etwas geschähe, daß ein Brand ausbräche, daß zu Hause ein Kind geboren würde oder daß es plötzlich Tag würde und alle Leute auf die Straße kämen und man immer weiter und weiter gehen könnte bis zu den Wiesen und hinter die Hügel. “Ihr seid gesund, ihr seid jung”, sagten sie, “ihr seid Mädchen und habt keine Sorgen, das ist selbstverständlich.” Doch sogar Tina, eine von ihnen, die hinkend aus dem Krankenhaus gekommen war und zu Hause nichts zu essen hatte, auch sie lachte unentwegt über nichts, und eines Abends, als sie hinter den anderen hertrottete, war sie stehengeblieben und hatte zu weinen begonnen, weil Schlafen eine Dummheit war und der Fröhlichkeit die Zeit stahl.”

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