Sie steht in der Küche und brät, kocht und backt. Alles gleichzeitig. Voller Hingabe, mit Fleiß und Leidenschaft. Da werden Töpfe und Pfannen bewegt, so schnell kann man gar nicht gucken. Da scheinen Zutaten förmlich durch die Luft zu fliegen und es klappert Besteck, als würden dort zehn Köchinnen arbeiten und nicht etwa nur eine. Ihr Blick ist konzentriert, ihre Hände routiniert, die ganze Körperhaltung zeigt: Profi. Und bei all der Konzentration singt sie noch, nebenbei.

Dann strahlt sie schließlich: Essen ist fertig. Sie füllt vorsichtig auf und bringt es ihm. Er guckt erst skeptisch, nimmt dann, ohne sich erst umständlich mit Geschmackstests aufzuhalten, den Teller und wirft ihn ihr kraftvoll an den Kopf. Sammelt ihn wieder auf und haut ihn sich selbst vor die Stirn. Mehrmals. Sie lacht. Dann nimmt sie ihn in den Arm und streichelt ihn, wobei er ihr nebenbei ein paar Haare ausreißt. Beide machen dabei äußerst seltsame Geräusche, tierähnlich, unverständlich.

Eine ganz gewöhnliche, alltägliche Szene. Zumindest wenn man bedenkt, daß sie zweieinhalb Jahre alt ist und er sieben Monate, und wenn man weiß, daß die Küche aus sehr buntem Plastik besteht und komplett klappbar ist, daß der Teller so klein wie ein halber Bierdeckel ist und alles Essen zwar sehr schmackhaft, aber imaginär. Alles ganz normal.

%d Bloggern gefällt das: