Es gibt Bücher, die ungewöhnlich lange auf dem Nachttisch liegen. Meist sind es sehr langweilige Bücher, die ich aus irgendwelchen Gründen dennoch lese, in diesem Fall kann aber von Langeweile gar keine Rede sein. Das Buch ist vielmehr sehr angenehm zu lesen und es ist geradezu verwirrend schön, wieviel Zeit es hat, bis eine Szene fertig geschildert ist. Die Handlung und die Beschreibungen entrollen sich so dermaßen langsam, man kann sich schon gar nicht mehr vorstellen, jemals soviel Zeit zu haben. Und daß dieses Buch so gar nicht gehetzt ist, so sehr ruhig und gemächlich, so postkutschenlangsam und kaminfeuerträge, das versetzt mich schon nach zwei, drei Sätzen in eine solche Tiefenentspannung, daß ich spätestens nach einer Seite einschlafe. Dabei ist jede Seite ein großer Genuß. Gegen Ende des Jahres werde ich es wohl etwa zur Hälfte durchgelesen haben. Wenn ich mich ranhalte.

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