Als ich Kind war, erzählte meine Oma gerne von einem ihrer Nachbarn, der sich beim Apfelpflücken das Genick gebrochen hatte. Sie zeigte auf einen Baum in einem Garten auf der anderen Straßenseite, sah mich mahnend an und schilderte immer wieder, wie der Mann rücklings von der Leiter fiel, als er nach einem Apfel in den höheren Ästen greifen wollte, wie er auf den Rasen fiel und sofort tot war. Die Leiter stand noch jahrelang an dem Baum, immer an der gleichen Stelle, wie ein hölzernes Mahnmal. Mit der Schilderung wollte sie meinen ausgeprägten Kletterdrang bändigen, entweder um mich selbst oder aber um ihre Kirschen zu beschützen, wer weiß.

Mich hat das immer sehr beeindruckt und ich habe auch tatsächlich zwei wichtige Lehren daraus gezogen. Erstens, als Erwachsener verlernt man offensichtlich das Klettern, man sollte es daher als Kind bei jeder Gelegenheit tun, denn irgendwann später ist der Spaß für immer vorbei. Zweitens, es ist sehr gefährlich, mit einer Leiter auf einen Baum zu steigen. Besser man klettert einfach an den Ästen hoch.

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