In den Zeitungen kann man lesen, daß die Bevölkerung von England in den
letzten Tagen unter einer seltsamen Geruchsbelästigung litt, die man
allgemein auf die Düngemittel in der deutschen Landwirtschaft und eine für die britischen Inseln ungünstige Windrichtung zurückführte. Das ist nur
teilweise richtig.

Vielmehr ist es so, daß die Herzdame gerade durch Versuch und Irrtum
herausfindet, welche Lebensmittel dem noch gestillten Nachwuchs bekömmlich sind oder nicht. Es gibt da nämlich etliche Warnungen, vor Zitrusfrüchten, Hülsenfrüchten, Knoblauch, Kohl, Spargel und so weiter, eine schier endlose Liste von Zutaten, die sich angeblich schlecht auf den Nachwuchs auswirken soll. Nach und nach kamen wir aber dahinter, daß sich nahezu keines dieser Produkte wirklich irgendwie bemerkbar macht, denn weder trinkt das Kind nach dem Konsum mehr oder weniger als sonst, noch verändert sich sonst irgendwas an ihm Also dachten wir, wenn nie etwas passiert, kann die Mutter ja einfach alles essen, ohne dauernd verkrampft über jeden Bissen nachdenken zu müssen.

Nach den Erfahrungen der letzten beiden Tage würden wir aber Linsensuppe doch als ausdrücklich hochriskant für stillende Mütter einstufen und vom Genuß ausdrücklich abraten. Es sei denn, man legt Wert auf ein Baby mit Raketenantrieb.

Die Geruchsbelästigung über Nordeuropa der letzten Tage, deren Zentrum
zweifellos das Kinderbett des Sohnes war, dürfte jetzt allerdings allmählich wieder abklingen. Das Viertel ist auch schon nicht mehr evakuiert.

Wir basteln derweil weiter am Speiseplan. Bohnen sind sicher ganz anders als Linsen, glaube ich – es bleibt spannend.

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