Zugegeben, sie ist nicht im Bild. Nur ein gefiederter Ignorant, der zum fast vollen Mond sieht, während genau gegenüber ein prächtiger Sonnenuntergang über dem Wasser beginnt und sich zu seinen Füßen scharenweise Menschen mit Fotoapparaten am Ufer einfinden, vor dem die Alster im letzten Tageslicht glänzt.

Segelboote kreuzen in der beginnenden Dämmerung langsam in weiten Schlaufen zum Anleger zurück, die Segel fallen auf den letzten Metern und Menschen an Land nehmen Leinen entgegen. Schwäne ziehen sich gemächlich von der Betteltour an der Eisbude auf ihr Nest im Schilf zurück und gucken blasiert auf die kläffenden Dackel und Pinscher der Spaziergänger. Jogger werden in der Abendkühle schneller und kollidieren hier und da mit Radfahrern, ältere Menschen mit über den Schultern getragenen Kaschmirpullovern ergreifen lässig Partei, mal so, mal so. Der Eisverkäufer mit der bunten Jungfrau Maria auf dem T-Shirt flirtet mit den Kundinnen, Kinder überlegen minutenlang, welche Eissorte sie nehmen sollen und zwei junge Männer mit nassen Beinen tragen ein Kanu durch die Gegend. Ein paar Menschen in Abendkleidung stehen etwas verloren herum, leere Sektgläser in den Händen, von der Bar auf dem Steg klingt abgerissen Musik herüber.

Die Vögel singen lauter – und gucken zum Mond.

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