Alles, was nach der Geburt kommt, fühlt sich eigentlich gar nicht mehr wie eine spektakuläre Veränderung an. Man wird eben Vater, man ist es eben plötzlich, man macht einfach alles, was so dazugehört – man steht also um halb sechs auf, um das hellwache und mit Büchern werfende Kind zu bespaßen, man ißt seltsam geschmacklose Zeug äußerst fragwürdiger Konsistenz, weil das Kind es auch essen soll, man versenkt Zäpfchen oder Bananen im Kind, je nach Lage und aus unterschiedlichen Richtungen versteht sich, man singt Kinderlieder mit debilen Texten und krabbelt verblüffend fröhlich und trotz schmerzender Knie und drohendem Hexenschuß auf allen Vieren durch die Wohnung, man kratzt pfeifend Breireste von der einstmals weißen Wand und läßt alle Hoffnung fahren, jemals wieder saubere Kleidung zu tragen. Alles das hat man vorher nicht parat gehabt und plötzlich ist es da, es war wohl immer da, beliebig abrufbar und nichts kommt einem komisch vor, alles ist ganz normal.

Nur heute, als ich mir nach dem vierten heißen Spielplatzsonnentag in Folge die erste kurze Hose seit meiner Kindheit kaufte, da dachte ich für einen kleinen Moment – man macht doch plötzlich sehr, sehr seltsame Dinge.

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