Am Strand von Binz gibt es Toiletten, für deren Benutzung man 40 Cent zahlen muß, es sei denn man hat eine Kurkarte, dann ist es umsonst. Ich zeige meine Kur-, bzw. Pipikarte vor und rede mit der Klofrau ein wenig über das Wetter. Die Wolken türmen sich aber es ist windig, da passiert nichts, es wird noch keinen Regen geben. Ich gehe hinein und stelle mich an das Pissoir, durch das gekippt offene Fenster mit blindem Glas kann ich die Brandung hören, es riecht nach Sauberkeit und Klostein und von draußen nach Meer und Kiefern. Die Klofrau fragt durch das Fenster „Kann ich ihnen vielleicht einen kleinen Feigling anbieten?“

In den Strandtoiletten von Binz kann man auch Schnaps kaufen, eine seltsame Idee, aber warum nicht. Am Ende verschönert es die die Ferien, wenn man nach jedem Pinkeln erstmal einen hebt, wer wäre ich, das zu kritisieren. „Nein danke“, sage ich durch das Fenster zu der freundlichen Klofrau, die sich daraufhin aber noch steigert: „Ich kann es ihnen auch long machen…“

Nein danke, sage ich wieder, auch nicht als Longdrink, wirklich nicht, es ist einfach die falsche Tageszeit – irgendwie scheue ich mich zu sagen, es sei der falsche Ort, obwohl doch beides zutrifft. Na, schönen Tag noch jedenfalls, sagt die Klofrau und lächelt mich an.

Wenn ich noch einmal nach Binz fahren sollte, lasse ich es mir vielleicht doch mal long machen.

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