Diese kurzen Sätze, die vereinzelt auf den Produkten stehen, die man so aus dem Supermarkt mit nach Hause bringt, die liest man normalerweise nicht, oder zumindest nicht bewußt. Ist ja auch vollkommen egal, ob da auf dem Frischkäse nun “jetzt noch cremiger” steht oder nicht, oder ob auf dem Bier der erlesen geistreiche Vorschlag “gut gekühlt genießen” vermerkt ist. Solche Aufdrucke passieren das Gehirn ohne den geringsten Widerstand, gesehen, gelesen, gelöscht.

Heute stand ich aber doch länger sinnend vor einem kleinen Beutel mit Tomaten und besah mir immer wieder den kleinen Pappanhänger, der mich darüber informierte, daß die Tomaten Bio seien. Das wäre noch nicht bemerkenswert gewesen, aber das “Bio” wurde noch weiter erläutert und präzisiert durch den überaus seltsamen Zusatz: “Von Hummeln befruchtet”.

Von Hummeln befruchtet – ein Satz, der mich vollkommen ratlos zurückläßt. Was sagt mir das? Ist das gut? Besser als von Bienen oder so? Und woher wissen die das? Kommen die Tomaten aus Treibhäusern, in die man ab und zu ein paar Divisionen Hummeln einfliegen läßt, damit sie da mal über die jungfräulichen Pflanzen, nun ja, rüberbürsten? Kommen sie aus dem Freiland und man beobachtet die Pflanzen mit Überwachungskameras, um sie dann später bei der Ernte zu sortieren und in getrennte Beutelchen zu packen – von Hummeln befruchtet, von Bienen, von Schmetterlingen, von was weiß ich?

Vielleicht schmecken hummelbefruchtete Tomaten besser als andere, kann ja sein. Vielleicht soll es mir auch nur freie Natur vermitteln und Assoziationen an freie Wildbahn und Natur wecken. Come to Hummel-Country, sozusagen. Ich verstehe es einfach nicht. Was sagen Lebensmittelexperten dazu?

Ich muß unbedingt mal nachsehen, ob auf der Bio-Schnitzelpackung nicht vielleicht “in Reetdachställen gezeugt” steht.

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